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Die 5 schönsten Wanderungen im Westen Kanadas

Was gibt es Schöneres erschöpft aber voller Glücksgefühle oben auf dem Gipfel anzukommen. Das herrliche Panorama, die frische Bergluft und die pfeifenden Murmeltiere lassen die Mühen des Aufstiegs sofort wieder vergessen. Die Rocky Mountains zu Fuss zu entdecken war ein langersehnter Traum von mir. Ich freute mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten auf unseren Road Trip quer durch die Rocky Mountains.

Wir waren richtige Glückspilze da wir während des gesamten Trips von viel Sonne und angenehmen warmen Temperaturen begleitet wurden. Unsere Route führte von Vancouver über Whistler hoch zum Mount Robson Provincal Park, anschliessend durch den Japser National Park und Banff National Park bis runter in den Süden zum Waterton Lake National Park.

Die 5 schönsten Wanderungen unseres Road Trips stelle ich dir gerne vor. Komm mit und dich erwarten traumhafte Ausblicke, riesige Fichtenwälder, üppige Bergwiesen, tosende Wasserfälle und herrliche Bergseen.

 

Spektakuläre Ausblicke – Stawamus Chief

Länge: 4 km Hin- und zurück
Dauer: ca. 2 bis 3 Stunden Wanderzeit ohne Pausen
Höhenmeter: 535 m hoch, 535 m runter
Anforderung: mittel bis streng, steiler Wanderweg mit vielen Treppen und hohen Absätzen
Parkplatz: Südlich von Squamish beim Stawamus Chief Campground oder bei den Shannon Falls
Hunde: willkommen auch ohne Leine, viele Treppen und eine steile Stelle gibt es für Fido zu bewältigen

Panoramablick vom Peak 1

Panoramablick vom Peak 1

Eine knackig kurze Wanderung in der Nähe von Vancouver die es in sich hat. Wir starteten vom Stawamus Chief Campground welcher nur wenige Minuten südlich von Squamish liegt. Nach gefühlten 5 Minuten war mein Puls bereits auf 180. Der steile Pfad schlängelte sich durch dichten Wald den Berg hinauf. Praktisch senkrecht gebaute Holztreppen und riesige Steinritte galt es zu erklimmen. Aber wie sagt man doch, viel Treppensteigen gibt einen straffen Hintern. Also los hoch da!

Holztreppe beim Wanderweg zum Stawamus Chief Peak 1

Holztreppe beim Wanderweg zum Stawamus Chief Peak 1

Kurz vor dem Ziel führt der Weg über glatten Granitstein und etwas Trittsicherheit ist erforderlich. Die spektakuläre Aussicht vom Stawamus Chief First Peak auf den Meeresarm, Squamish und die umliegenden Bergen lassen die Mühen vom Aufstieg jedoch gleich wieder vergessen.

Aufstieg

Aufstieg zum Peak 1

Für die Sportlichen und diejenigen mit etwas mehr Zeit gibt es noch den Peak 2 und Peak 3 zu erklimmen. Am besten gehst du früh los. Das Erklimmen des Gipfels ist sehr beliebt und auf unserem Rückweg begegneten uns unzählige Wanderer aller Nationen.

Mount Robson – Malerischer Kinney Lake

Länge: 9 km Hin- und zurück
Dauer: ca. 2 Stunden Wanderzeit ohne Pausen
Höhenmeter: 150 m hoch, 150 m runter
Anforderung: einfach, breiter und gut ausgebauter Pfad
Parkplatz: am Ende der Kinney Lake Road
Hunde: willkommen an der Leine

Mount Robson

Imposanter Mount Robson

Bereits bei der Anfahrt zum Mount Robson Provincal Park verschlug es mir fast die Sprache. Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts der 3954 m hohe Mount Robson mit seinem schneebedeckten Gipfel am Horizont auf. Wir besuchten noch das Visitor Center, welches sich kurz vor dem Start der Wanderung befindet, um die letzten Infos zu erhalten. Pass auf dass du nicht von einem aufs Handy starrenden Touristen über den Haufen gerannt wirst. Hier gibt’s nämlich kostenloses Wifi. Alle die keine Zeit oder Lust haben eine Wanderung zu unternehmen können hier das obligate Foto knipsen. Die Lage des Visitor Center mit dem Mount Robson als Hintergrundkulisse ist echt Weltklasse!

Der breite, flache Wanderweg mit einer stetigen leichten Steigung führte uns durch dichten Wald und das stetige Plätschern des Robson Rivers begleitete uns. Unterwegs genossen wir immer wieder die spektakuläre Sicht auf den schneebedeckten Mount Robson der höchste Berg der Rocky Mountains.

Blick auf den Mount Robson

Blick auf den Mount Robson

Umgeben von majestätischen Gipfeln liegt der malerische Kinney Lake in einem idyllischen Tal. Er zeigte sich an diesem Tag von seiner schönsten Seite und spiegelte die umliegenden Berge und Felswände. Natürlich nur so lange bis Nera mit einem grossen Satz im See landete und die wohlverdiente Abkühlung genoss.

Kinney Lake beim Mount Robson

Kinney Lake beim Mount Robson

Hast du etwas mehr Zeit gibt es auch die Möglichkeit die Region auf einer mehrtätigen Wanderung zu entdecken. Aufgrund der Wildtiere sind Hunde über Nacht jedoch nicht im Park erlaubt.

Helen Lake – traumhafte Bergwanderung

Länge: 14 km Hin- und zurück plus ca. 2 km für den Aussichtspunkt oberhalb des Sees
Dauer: ca. 4 Stunden Wanderzeit ohne Pausen plus 1 Stunde für das Erklimmen des Aussichtspunkt
Höhenmeter: 460 m hoch, 460 m runter
Anforderung: mittel, schöner Bergpfad mit Wurzeln und Steinen
Parkplatz: gegenüber des Crowfoot Glacier Viewpoint
Hunde: willkommen an der Leine

Blick auf den Helen Lake

Blick auf den Helen Lake

Der kleine Bergpfad schlängelt sich durch dichte Wälder, vorbei an plätschernden Bergbächen und über duftende Alpenwiesen hoch zum Helen Lake im Banff National Park. Ich fühlte mich hier seit langen wieder mal wie zu Hause und sogar das Heimweh packte mich ein wenig. Frische Bergluft, atemberaubendes Bergpanorama, saftig grüne Bergwiesen, farbige Blumen und wunderschöne Bergseen. Nur noch das Gebimmel der Kuhglocken fehlte. Unterwegs legten wir immer wieder mal eine kleine Pause ein um die Sicht auf den gegenüber liegenden Crowfoot Glacier und den Bow River zu geniessen.

Crowfoot Glacier und Bow River
Crowfoot Glacier und Bow River

Die Erdhörnchen hiessen uns mit ihren neckischen Pfiffen willkommen, die Streifenhörnchen posierten für uns vor der Kamera und sogar ein Murmeltier sagte noch Hallo.

Eichhörnchen beim Helen Lake
Streifenhörnchen beim Helen Lake

Falls deine Beine nach erreichen des Helen Lake dann noch etwas mehr Auslauf benötigen, empfehle ich dir den kurzen Aufstieg zum Bergkamm oberhalb des Sees. Oben angekommen wirst du mit dem herrlichen Bergpanorama des Banff National Parks belohnt.

Panoramasicht vom Helen Lake
Panoramasicht vom Helen Lake

Abenteuerliche Bergwanderung – Crypt Lake

Länge: 16 km Hin- und zurück
Dauer: ca. 6 Stunden Wanderzeit ohne Pausen
Höhenmeter: 700 m hoch, 700 m runter
Anforderung: mittel bis streng, schmale Bergpfade, teils etwas steinig, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
Parkplatz: direkt beim kleinen Bootshafen in Waterton
Spezielles: Bootsfahrt von Waterton zum Start der Wanderung mit Waterton Cruise, Kosten 24 CAD pro Person, Dauer ca. 15 min
Hunde: willkommen an der Leine

Schwarzer Hund beim Crypt Lake
Crypt Lake

Auf unserer Wanderung hoch zum Crypt Lake im Waterton Lake National Park jagte ein Höhepunkt den Nächsten. Der Startpunkt der Wanderung befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Waterton Sees, erreichbar nur mit dem Boot. Während der gemütlichen Bootsfahrt genossen wir das herrliche Bergpanorama und erhielten die letzten Tipps für das mögliche Zusammentreffen mit einem Bären.

Unser Bären-Glöcklein sei nicht nur zu 100% unbrauchbar sondern auch zu 200% nerv tötend. Das Gerassel locke die neugierigen Bären eher an als diese zu vertreiben. Schnell verstauten wir das Glöckchen im Rucksack um nicht als lebendigen Köder umherzuirren. Phuu im Notfall können wir ja dann immer noch unsere Trillerpfeife einsetzen um den Bären zu verjagen. Nichts da, auch diese bringt leider nichts da viele Beutetiere sich gegenseitig mit Pfiffen verständigen falls ein Bär im Anmarsch ist. Was blieb uns also noch übrig… lauthals singend den Berg hoch wandern. Hoffentlich haben wir bis oben genug Puste!

Einem Bären begegneten wir unterwegs zum Glück nicht. Wir genossen die spektakuläre Aussicht auf die umliegenden Berge, tosenden Wasserfälle und natürlich den malerischen Crypt Lake. Der Bergpfad hoch zum See schlängelt sich zu Beginn gemächlich durch den grünen Bergwald mit viel Schatten. Plötzlich hörten wir ein Rauschen und schon standen wir vor dem Twin Falls. Der Pfad führte weiter durch ein nicht endend wollendes Geröllfeld bis wir endlich vor dem eindrücklichen Crypt Falls standen.

Twin Falls
Twin Falls
Blick auf den Crypt Falls
Blick auf den Crypt Falls

Kurz vor dem Ziel wird der Pfad immer steiler und wartete mit einigen Herausforderungen auf uns und Nera. Eine schmale Metallleiter gab es zu erklimmen. Eigentlich nichts Schwieriges. Mit dem Vierbeiner im Schlepptau sieht das Ganze schon wieder etwas anders aus. Nera meisterte es mit Bravour und mit einem kleinen Ruck war sie oben.

Danach durchquerten wir den engen Tunnel und standen vor der letzten anspruchsvollen Passage. Eine steil abfallende Felswand mit einem schmalen Pfad lag vor uns. Zum Glück schaute nicht gerade eine Bergziege vorbei um Nera hallo zu sagen. So kamen wir heil oben an und nach einem Blick zurück in die Tiefe führte der Weg durch die malerische Berglandschaft hoch zum Crypt Lake.

Nach dem Tunnel
Tunnelblick!
Aufstieg zum Crypt Lake
Aufstieg zum Crypt Lake

Der tiefblaue Bergsee ist umringt von imposanten Felswänden. Nera wagte den Sprung ins kühle Nass und wälzte sich danach wie von der Biene gestochen im Gras. War wohl doch eher etwas kühl. Obwohl wir in der absoluten Hochsaison unterwegs waren fanden wir ein hübsches Plätzchen zum Erholen und Energie tanken für den Abstieg. Rolf widmete sich noch seiner Leidenschaft und schwang seine Fliegenfischerrute. Das Fischer-Patent kannst du dir bei der Tankstelle im Dorf oder beim Visitor Center lösen. Die Kosten betragen gerade mal 10 CAD pro Tag.

Fliegenfischen am Crypt Lake
Fliegenfischen am Crypt Lake

Der Abstieg war dann genau so abenteuerlich wie der Aufstieg. Wir waren froh als wir alle drei heil unten an der Leiter standen.

Abstieg vom Crypt Lake
Abstieg vom Crypt Lake

Noch abenteuerliche Bergwanderungen möchten wir mit Nera nicht unternehmen. Aber der Nervenkitzeln hat sich gelohnt und der Tag war ein absoluter Höhepunkt unseres Road Trips durch den Westen Kanadas.

Goat Lake – das kleine Fischerparadies

Länge: 14 km Hin- und zurück
Dauer: ca. 5 Stunden Wanderzeit ohne Pausen
Höhenmeter: 500 m hoch, 500 m runter
Anforderung: einfach bis mittel, zu Beginn ein einfacher Pfad entlang des Flusses, ca. eine Stunde kleiner Bergpfad zum See hoch
Parkplatz: Parkplatz Red Rock Canyon
Hunde: willkommen an der Leine

Fliegenfischen am Goat Lake
Fliegenfischen am malerischen Goat Lake

Die letzte Wanderung auf unserem Road Trip durch Kanada und ein krönender Abschluss bei strahlendem Sonnenschein. Die Tour startet beim Red Rock im Waterton Lake National Park. Der grossügige Pfad führt durch grüne Wiesen und dichte Fichtenwälder. Nach gut 4 km zweigt der Weg ab und ein kleiner Pfad schlängelt sich den Berg hoch. Der Aufstieg hat es in sich aber unterwegs hast du ein herrliches Panorama auf das Tal und die umliegenden Berge des Waterton Lake National Parks.

Wanderweg hoch zum Goat Lake
Wanderweg hoch zum Goat Lake

Wir starteten die Tour frühmorgens, lauschten der Stille der Bergwelt und genossen die ersten Sonnenstrahlen. Ein stetig mulmiges Gefühl in der Bauchgegend begleitete uns. Ist die Region doch bekannt als guter Platz zur Bärenbeobachtung, da diese durch die wilden Beeren angelockt werden. Und ja, während der Fahrt auf dem Red Rock Parkway konnten wir auch eines der süssen Tiere beobachten. So wanderten wir lauthals singend durch die Wildnis Kanadas um möglichst jeden Bären schon von weitem zu verjagen. Anscheinend funktionierte unsere Technik da wir unterwegs keinem Bären begegneten.

Goat Lake
Goat Lake – eine erfrischende Abkühlung!

Aussergewöhnlich am Goat Lake ist sein glasklares Wasser. Vom Ufer aus konnten wir die herumschwimmenden Forellen beobachten. Da durfte natürlich der Sprung ins kühle Nass nicht fehlen. Einzig die vielen Fliegen und Pferdebremsen trieben mich und Nera fast in den Wahnsinn. Rolf schwang in aller Seelenruhe seine Fliegenfischerrute und lies sich von den herumfliegenden Nervensägen nicht aus der Ruhe bringen.

Praktische Tipps zum Wandern in den Rockies

Unterwegs mit Hund

Ein grosser Pluspunkt für uns war natürlich dass Hunde an der Leine auf allen Trails in den Nationalparks willkommen sind. Bei übersichtlichen Regionen liessen wir Nera dennoch etwas Freilauf aber mit der Zip Leine war das Wandern an der Leine problemlos möglich.

Wandern in der Hochsaison

Da wir in der absoluten Hochsaison unterwegs waren starteten wir die Touren möglichst früh. So um 9.00 Uhr Morgens. Ich weiss für eingefleischte Bergflöhe ist dies praktisch ausschlafen. Aber wirklich die grossen Touristenmassen trudeln meistens gegen Mittag ein.

Bärenbegegnung

Zum Glück begegneten wir auf unseren Touren nie einem Bären. Grundsätzlich gilt nie auf den Bären zugehen oder Wegrennen. Am besten ist es während der Wanderung möglichst viel Lärm zu machen. So sind wir auf den einsamen Pfaden zum Teil singend unterwegs gewesen damit auch jeder Bär uns hören konnte. Einen Bärenspray hatten wir nicht dabei da wir auf allen Touren vielen Wanderer begegneten. In den ruhigeren Monaten oder im Frühling hätte ich darauf aber nicht verzichten wollen. Viele Geschäfte vermieten den Bärenspray für einzelne Tage.

Wanderungen

Alle Angaben für die Wanderrouten in Kanada sind in Kilometer. Zeitangaben zu der Wanderdauer auf den Wandertafeln suchst du vergebens. Rundwanderungen gibt es sozusagen nicht. Störte mich aber nicht weiter da ich auch auf dem Rückweg immer wieder Neues entdecken konnte.

Bist du nächstens im Westen Kanadas unterwegs und hast noch Fragen? Kennst du noch weitere schöne Wanderungen? Ich freue mich sehr über deinen Kommentar.

By | 2017-01-06T23:10:56+00:00 August 9th, 2016|Kanada|0 Comments

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